Die Förderziele der Daimler und Benz Stiftung
Die Daimler und Benz Stiftung fördert den fachübergreifenden wissenschaftlichen Dialog und interdisziplinäre Forschungsvorhaben. Sie unterstützt in ihrem Stipendienprogramm herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sämtlicher Disziplinen. In verschiedenen Förderformaten untersucht die Stiftung zukunftsrelevante Forschungsfragen und trägt durch mehrere Vortragsreihen dazu bei, die Sichtbarkeit und Akzeptanz von Wissenschaft in der Öffentlichkeit zu stärken.
Gründungsjahr der Daimler und Benz Stiftung ist 1986. Sie hat ihren Sitz in Ladenburg. Gründungsanlass war das 100-jährige Jubiläum der Erfindung des Autos.
Fördermöglichkeiten
Die Stiftung vergibt Stipendien an Postdoktoranden mit dem Ziel, die Autonomie und Kreativität der nächsten Wissenschaftlergeneration zu stärken.
Jährlich verleiht sie zudem den Bertha-Benz-Preis an eine junge Ingenieurin, die sich durch eine hervorragende Dissertation ausgezeichnet hat.
Die Ladenburger Kollegs ermöglichen es Wissenschaftlern, innerhalb eines interdisziplinären Forschungsverbunds Themenstellungen über einen längeren Zeitraum zu bearbeiten.
Mit der Förderlinie Ladenburger Horizonte setzt die Stiftung einen Schwerpunkt auf Forschungskooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Einrichtungen. Die Fördermaßnahme bezieht sich auf ausgewählte Regionen in Afrika und trägt deren wachsender wissenschaftlicher und politischer Bedeutung Rechnung.
Mit dem Tagungsformat Ladenburger Diskurs bietet die Daimler und Benz Stiftung einen Freiraum für die interdisziplinäre Reflexion eines wissenschaftlich und gesellschaftlich relevanten Forschungsthemas.
Forum Forschung bündelt Forschungsvorhaben, die sich durch wissenschaftliche Originalität und gesellschaftliche Relevanz auszeichnen. Die Förderung richtet sich an vielversprechende wissenschaftliche Projekte kleineren Umfangs aus sämtlichen Fachdisziplinen.
Die Stiftung fördert die Konzeption und Durchführung einer Veranstaltung zum Thema Innovative Wissenschaftsvermittlung. Antragsberechtigt sind bundesweit gemeinnützige Einrichtungen, Unternehmen oder Organisationen aus Kultur, Bildung, Wissenschaft und Wirtschaft, die eine Veranstaltung zur Wissenschaftsvermittlung organisieren und ausrichten wollen.
Voraussetzungen für die Förderung
Es werden ausschließlich Projekte durch die Daimler und Benz Stiftung unterstützt. Fördermittel können Wissenschaftler an deutschen Hochschulen und gemeinnützigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen beantragen. Der Fördermittelantrag erfolgt auf schriftlichem Wege.
Beispielprojekte
Die Daimler und Benz Stiftung fördert/förderte unter anderem folgende Projekte:
Sprachstandsermittlung bei Kindern mit MigrationshintergrundSprache ist der Schlüssel zur Bildung – das gilt für alle Menschen. Je früher ein Vorschulkind die Landessprache beherrscht, desto besser sind seine Bildungschancen. Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sind hier häufig benachteiligt. Nach intensiver Forschung geht im April 2026 das digitale Kinderspiel „WUSCHEL“ in saarländischen Kitas an den Start. Ziel ist es, den Sprachstand von Vierjährigen flächendeckend zu testen, um bei Bedarf individuelle Fördermaßnahmen auf den Weg zu bringen. Die Entwicklung der spielerischen App wurde im Rahmen eines langjährigen Forschungsprojekts von der Daimler und Benz Stiftung mit 1,3 Millionen Euro gefördert.
Technologische Intelligenz zur Transformation, Automatisierung und Nutzerorientierung des Justizsystems (TITAN)Im Justizsystem geht es um die Erstellung, Auslegung und Anwendung rechtlich relevanter Texte. Vereinzelt nutzen Akteure dafür bereits heute große Sprachmodelle – sogenannte Large Language Models (LLM) – wie ChatGPT. Bislang erfolgt dies jedoch weitgehend unkoordiniert. Das Förderprojekt soll dazu beitragen, den Umgang mit lernender Software zu systematisieren.
Im Rahmen des Ladenburger Kollegs „Technologische Intelligenz zur Transformation, Automatisierung und Nutzerorientierung des Justizsystems (TITAN)“ nehmen Forscher das große Themenfeld rund um den Einsatz von LLMs in den Fokus. Experten unterschiedlicher Fachdisziplinen untersuchen, ob künstliche Intelligenz Funktionen im Justizsystem effizient erfüllen kann, sodass Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaat gestärkt werden.
Modifizierte Polyurethane zur Verringerung von MikroplastikDie weltweite Kontamination mit Mikroplastik belastet Mensch, Tier und Umwelt. Im Förderprojekt „Modifizierte Polyurethane zur Verringerung von Mikroplastik“ wollen Wissenschaftler Abhilfe schaffen. Die Plastikverschmutzung an Land und im Meer wird durch primäres und sekundäres Mikroplastik verursacht. Im neuen Förderprojekt sollen neue Polyurethan Mikrokapseln auf Basis biobasierter Monomere mit Sollbruchstellen entwickelt werden, die maßgeschneidert abgebaut werden oder für andere Anwendungen recycelbar sind.
Projekte im Ausland möglich?
Geförderte Themenbereiche
- Wissenschaft
- Ingenieurwissenschaften
- Sozialwissenschaften und Politologie
- Umweltwissenschaften
- Mensch
- Umwelt- und Naturschutz
- Technik und Technologie
- Umwelt- und Naturschutz, Landschaftspflege
- Umweltschutz